Blaublech für Pizza und Focaccia richtig auswählen
Blaublech besteht aus unbehandeltem beziehungsweise oberflächenveredeltem Stahlblech und besitzt eine sehr gute Wärmeleitfähigkeit. Die Hitze gelangt schneller an den Teig als bei vielen dickeren Backformen. Dadurch können Boden und Rand kräftig ausbacken.
Anders als bei beschichteten Backformen entsteht der Schutz vor Anhaften und Rost erst durch das Einbrennen mit Öl. Dabei bildet sich eine dunkle Patina, die sich durch die weitere Verwendung verändert. Farbunterschiede, Flecken und Gebrauchsspuren sind deshalb normal und kein Qualitätsmangel.
Für welche Pizzaarten eignet sich Blaublech?
Blaublech eignet sich besonders für Teige, die in einer Form gebacken werden. Dazu gehören Pizza in Teglia, Focaccia, römische Blechpizza und klassische Pizza mit einem dickeren oder weicheren Boden.
Auch Teige mit hoher Hydration lassen sich im Blech leichter handhaben, da sie nicht frei auf einen heißen Backstein eingeschossen werden müssen. Je nach Form und Hersteller können Blaubleche außerdem für Brot, Gebäck und andere Backwaren verwendet werden.
Rechteckiges oder rundes Blaublech?
- Rechteckige Blaubleche eignen sich besonders für Pizza in Teglia, Focaccia und größere Portionen. Sie nutzen die Backfläche vieler Elektro- und Haushaltsbacköfen gut aus.
- Runde Blaubleche sind für einzelne runde Pizzen gedacht und in verschiedenen Durchmessern erhältlich.
- Bleche mit höherem Rand bieten mehr Platz für dickere Teige, reichhaltigen Belag oder Focaccia.
- Flachere Bleche erleichtern je nach Teig das Herausnehmen der fertig gebackenen Pizza.
Messen Sie nicht nur den Innenraum des Ofens, sondern auch die Türöffnung. Ein Blech kann von der Backfläche her passen und trotzdem zu groß sein, um durch die Ofentür eingesetzt zu werden.
Temperatur und Ofen müssen zusammenpassen
Blaubleche dürfen nicht automatisch bei jeder Temperatur verwendet werden, die ein Pizzaofen erreichen kann. Die zulässige Höchsttemperatur unterscheidet sich je nach Material, Verarbeitung und Hersteller. Einige Bleche sind beispielsweise nur bis etwa 310 °C freigegeben.
Beachten Sie deshalb immer die Temperaturangabe in der jeweiligen Produktbeschreibung. Wird das Blech stärker erhitzt als vorgesehen, kann es sich verformen und die eingebrannte Patina kann beschädigt werden.
Nicht jedes Blaublech ist für einen Grill, Holzbackofen oder den direkten Kontakt mit einer sehr heißen Backfläche geeignet. Verwenden Sie es nur in den Geräten und bei den Temperaturen, die beim jeweiligen Produkt ausdrücklich angegeben sind.
Blaublech vor der ersten Verwendung einbrennen
Ein neues Blaublech muss vor der ersten Verwendung entsprechend der beiliegenden beziehungsweise beim Produkt hinterlegten Anleitung eingebrannt werden. Dazu wird es dünn mit einem geeigneten Speiseöl eingerieben und für die vorgegebene Zeit erhitzt.
Durch das Einbrennen verbindet sich das Öl mit der Oberfläche und bildet eine schützende Patina. Das Blech erhält dabei eine ungleichmäßige dunkle Färbung. Diese Patina verbessert sich in der Regel durch die weitere richtige Verwendung und Pflege.
Die genaue Einbrenntemperatur und Vorgehensweise kann je nach Blech abweichen. Maßgeblich sind deshalb immer die Hinweise beim jeweiligen Produkt.
Blaublech richtig verwenden
Fetten Sie das eingebrannte Blech vor dem Einlegen des Teiges entsprechend dem Rezept leicht ein. Bei Pizza in Teglia oder Focaccia kann das Öl zugleich Bestandteil des gewünschten Backergebnisses sein und für einen knusprigen Boden sorgen.
Das Blech kann je nach Rezept direkt auf einem Rost oder einer dafür geeigneten Backfläche verwendet werden. Halten Sie sich dabei an die Angaben des Ofen- und Blechherstellers. Stellen Sie ein heißes Blaublech nicht auf eine nasse oder empfindliche Fläche.
Blaublech reinigen und vor Rost schützen
Entfernen Sie Rückstände nach dem Abkühlen möglichst mit trockenem Küchenpapier, einem weichen Tuch oder einem geeigneten Schaber. Aggressive Reinigungsmittel, die Spülmaschine und längeres Einweichen können die Patina beschädigen und Rost verursachen.
Falls eine feuchte Reinigung laut Produktanleitung zulässig oder notwendig ist, muss das Blech anschließend sofort vollständig getrocknet werden. Reiben Sie die Oberfläche danach wieder sehr dünn mit Speiseöl ein.
Kleine Kratzer oder Roststellen bedeuten nicht zwingend, dass das Blech unbrauchbar ist. Häufig kann die betroffene Stelle gereinigt und die Patina durch erneutes Einbrennen wiederhergestellt werden. Beachten Sie dazu die Pflegehinweise des jeweiligen Herstellers.
Blaublech oder Pizzastein?
Ein Blaublech eignet sich besonders für weiche, dickere oder ölhaltige Teige, die in einer Form gebacken werden. Ein Pizzastein ist dagegen für Pizza, Brot und Flammkuchen gedacht, die direkt auf der heißen Backfläche gebacken werden.
Welche Variante besser passt, hängt daher vor allem von der gewünschten Pizzaart ab. Für Pizza in Teglia und Focaccia ist ein Blaublech meist die praktischere Wahl. Für frei geformte Pizza mit direktem Kontakt zur Backfläche eignet sich in der Regel ein Pizzastein.
Weitere Werkzeuge für Teigvorbereitung, Backen und Ofenpflege finden Sie in der Kategorie Pizza-Zubehör.